Hoselupf mit Peter

Zwei Schwingfans im Gespräch

Hoselupf mit Peter

Zwei Schwingfans
im Gespräch

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«Wer hat das letzte Rigi-Schwinget gewonnen?», fragt Martin Annen seinen Sitznachbar. Peter Imhof überlegt: «Mike Mühlestein»? Auch Annen fällt es nicht auf Anhieb ein. Am Schluss kommen sie drauf: Joel Wicki, der junge Luzerner, der war’s. So läuft das zwischen Martin Annen und Peter Imhof. Auf der einen Seite der berühmte Bobfahrer und Gastwirt, übrigens auch ehemaliger Kranzschwinger. Auf der andern der weniger bekannte Theaterspieler, Musikant und Schwingfan mit Downsyndrom. So schieben sie Namen über den Tisch, hin und her. Christian Stucki, Matthias Sempach, und ja, auch die Königin Sonia Kälin ist hoch im Kurs.

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Peter Imhof ist kein Mann der grossen Worte. Trotzdem kommt er immer wieder gern nach Oberarth, um die Tapeten der BSZ-Stiftung mit den heimeligen Holzwänden des Restaurants Schöntal zu tauschen – und eben mit Martin Annen über die Schwinger zu diskutieren. Einmal im Jahr schenkt ihm seine Schwester zwei Tickets fürs Schwingfest auf der Rigi. «Dann packe ich meinen Feldstecher ein», sagt der 57-Jährige. Damit hat er den Durchblick. Am liebsten trägt er dazu ein Edelweisshemd, gerne auch Mütze und Skibrille wie heute.

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Peter ist der Onkel von Marcel Reichlin, Annens Geschäftspartner. Auch Martin und Peter sind entfernt verwandt und kennen sich schon seit jeher. Dass sie jetzt gemeinsam für die Selbsthilfeorganisation Procap werben, ist Ehrensache: «Es braucht die Unterstützung von Institutionen wie Procap», ist Annen überzeugt. Sie bündeln die Kräfte und helfen behinderten Menschen, für ihre Rechte einzustehen. Procap tut dies unter anderem mit Beratungen zum Sozialversicherungsrecht und, wenn nötig, juristischen Vertretungen.

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Martin mag Peter, besonders seine eigene Art. «Er kann stundenlang am Tisch sitzen und nichts sagen, nur um dann aus heiterem Himmel einen trockenen Witz zu platzieren», sagt er. Auch während unseres Gesprächs ist Peter zurückhaltend, aber sichtlich erfreut über das Interesse an seiner Person. Irgendwann lässt er die andern reden, schnappt sich Papier und Stift. In kurzer Zeit entstehen auf dem Blatt zwei Schwingerinnen im Sägemehl.

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Beim anschliessenden Shooting für die Plakate befolgt Peter die Anweisungen des Fotografen genau: «Arme verschränken, Blick zur Kamera, Schritt zurück». Er strahlt, auch mal nach Einsteins Vorbild mit herausgestreckter Zunge. Auf die Frage, wie ihm das Fotografieren gefällt, sagt er nur: «Superlässig.» Peter hat die Menschen und die Lacher auf seiner Seite – dafür braucht’s nicht viele Worte.